Handy-Tarifmodelle – Prepaid oder klassischer Handyvertrag?

Sämtliche Handytarife werden heute auch in der Prepaid-Variante angeboten. Dies gilt sowohl für reine Sprachtarife als auch für Datentarife für das mobile Internet.
Prepaid Tarife haben sich längst als vollwertige Alternative zum klassischen Handyvertrag etabliert, die Entscheidung zwischen beiden Tarifmodellen hängt also vom individuellen Nutzungsverhalten ab.
Vorteile von Prepaid Tarifen
Ursprünglich waren Prepaid Tarife als Angebot an Kunden konzipiert, die aufgrund negativer Schufa-Einträge oder Kontopfändung keinen herkömmlichen Handyvertrag abschließen konnten – ähnlich manchem Modell des Leasing ohne Bankauskunft.
Wenngleich diese Kundengruppe heute eine untergeordnete Rolle spielt und Prepaid Tarife grundsätzlich alle Kunden ansprechen, ist dies nach wie vor ein Vorteil dieses Tarifmodells: Es ermöglicht auch Kunden mit unzureichender Bonität die Nutzung eines Handys.
Ein weiterer Vorteil besteht in der vollständigen Kostenkontrolle. Über das zuvor eingezahlte Guthaben hinaus können keine Kosten entstehen. Darüber hinaus zeichnen sich Prepaid Tarife dadurch aus, dass keine längerfristigen Vertragsbindungen eingegangen werden müssen.
Interessant sind diese Tarife auch für Kunden, die ihr Handy nur selten nutzen. Da mittlerweile zahlreiche Prepaid Tarife ohne monatliche Grundgebühr und ohne Mindestumsatz angeboten werden, ist es mit diesen Tarifen möglich, über einen längeren Zeitraum nahezu kostenlos erreichbar zu bleiben.
Nachteile von Prepaid Tarifen
Es bestehen nur wenige Einschränkungen, Prepaid Kunden können nahezu alle Leistungen der Handynetze nutzen.
Eine wichtige Ausnahme besteht für Dienste, die von Drittanbietern nachträglich über die Handyrechnung abgerechnet werden. Solche Dienste sind für Prepaid Kunden gesperrt.
Das betrifft zunächst kostenpflichtige Mehrwertdienste, also Anrufe bei Sonderrufnummern, unter denen von externen Anbietern eine Dienstleistung erbracht wird. Betroffen sind auch Gespräche, die während einer Reise im Ausland geführt werden. Hier bereitet die Abrechnung der Roaming-Gebühren Probleme. Nicht betroffen sind Gespräche ins Ausland.
Vermeintliche Nachteile von Prepaid Tarifen
Gemeint sind mit dieser Überschrift jene angeblichen Nachteile, die von Anbietern teurer „Handyverträge ohne Schufa“ oft genannt werden, um Kunden von dieser deutlich günstigeren Alternative abzuschrecken.
Diese Nachteile existieren in Wahrheit nicht. Angeführt wird, Prepaid Tarife seien an der Rufnummer erkennbar. Erstens ist diese in Zeiten der Rufnummernmitnahme nicht mehr richtig und zweitens wäre es auch irrelevant, da Prepaid Tarifen längst nichts Despektierliches mehr anhaftet.
Auch die Behauptung, Prepaid Tarife seien erheblich teurer, wird durch einen kurzen Blick auf einen der zahlreichen Preisvergleiche im Internet schnell widerlegt. Der intensive Wettbewerb hat längst zu einer Angleichung des Preisniveaus geführt.
Ebenfalls falsch ist das Argument, der Kunde müsse längere Zeiten ohne Handyanschluss befürchten, wenn er die Einzahlung auf das Prepaid Konto einmal vergessen sollte. Alle Anbieter bieten heute eine automatische Aufladung bei Erreichen eines Minimalguthabens an.
Darüber hinaus stehen sehr schnelle Möglichkeiten zur Aufladung zur Verfügung, z. B. das Aufladen per SMS.
Vor- und Nachteile klassischer Handyverträge
Die übliche Laufzeit eines solchen Vertrags beträgt zwei Jahre. Es wird eine monatliche Grundgebühr erhoben, im Gegenzug werden meist kostenlose Gesprächsminuten bzw. SMS gutgeschrieben.
Nur wer sein Handy so wenig nutzt, dass er diese Freikontingente nicht ausnutzt, ist mit einem Prepaid Tarif meist besser beraten. Ansonsten bewegen sich die Kosten in einer vergleichbaren Größenordnung. Die wesentlichen Aspekte, die bei einem Vergleich mit Prepaid Tarifen dann zu beachten sind, sind oben bereits aufgeführt.
Ein weiterer Vorteil kommt jedoch hinzu: Vertragskunden bieten den Handyprovidern langfristig gesicherte Einnahmen und sind daher sehr begehrt. Aus diesem Grund wird der Abschluss oder die Verlängerung eines Handyvertrags mit attraktiven Prämien honoriert.
Üblicherweise wird dem Kunden bei dieser Gelegenheit ein hochwertiges Handy zu einem stark verbilligten Preis angeboten.
Fazit
Beim Vergleich der Kosten zwischen einem Prepaid Tarif und einem Handyvertrag sollten immer die geschätzten Gesamtkosten während eines Zweijahreszeitraums verglichen werden.
Dabei sollten auch einmalige Gebühren sowie Hardwarekosten berücksichtigt werden. Von einem Handyvertrag profitiert tendenziell eher, wer die Anschaffung eines teuren Handys plant und dies intensiv nutzt.
Wer nur gelegentlich telefonieren möchte und keine hohen Ansprüche an die Ausstattung des Handys stellt, kann mit einem Prepaid Tarif meist sparen.
Gastartikel von Content4Links
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